Zitat der Woche – Nein sagen

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Nein sagen, ohne schlechtes Gewissen

Das heutige Zitat habe ich ganz bewusst gewählt, da ich gestern seit langem mal wieder in eine Situation kam, in der mir ein klares NEIN tatsächlich einen Gewinn an Kraft und Zeit gebrachte hätte.

Situation in Kurzform

Ich war zu Kaffee & Kuchen bei einer mir sehr nahestehenden Person eingeladen und kam dort schließlich voller Vorfreude nach einer Fahrt von knapp vierzig Minuten an. Mir wurde die Tür geöffnet, aber jene Person (die ich natürlich namentlich nicht nenne) ging sofort ins Bad, um dort noch einige Dinge zu erledigen. So betrat ich die Wohnung – wie sonst immer üblich, mit meinen Straßenschuhen.

Es gab keine richtige Begrüßung, sondern nur ein knappes ‚Hallo‘ und eine Minute später einen ‚Rüffel‘, dass ich mit den Schuhen wohl einige Fußabdrücke auf dem noch feuchten Boden hinterlassen habe.  Und jetzt? Hm… würde man mich schon an der Eingangstür begrüßen und nicht einfach weglaufen, wäre diese Situation so leicht aus der Welt geschaffen gewesen.

In knappen Worten wurde mir erklärt, dass jemand noch kurz dazukommen würde, weil es um eine Tür ging, die eingebaut werden müsste. Okay für mich, gar kein Problem! So verschwand ich erstmal mit dem sechsjährigen Sohn im Kinderzimmer und spielte mit ihm Playmobil, sowie ein kleines Rollenspiel aus einem seiner Bücher.

Meine Gastgeberin habe ich ab diesem Zeitpunkt nur noch wenige Sekunden gesehen. Es war der Moment, als sie die Tür für vier weitere Personen öffnete – drei Kinder und ein Mann traten ein.

Natürlich gesellten sich die drei Kinder sofort zum Sohn meiner Gastgeberin und nun waren wir zu fünft in seinem kleinen Kinderzimmer und spielten verschiedene Dinge. Kurzerhand fand ich mich in der Rolle einer Kindersitterin wieder, fernab vom Grund, weswegen ich ursprünglich eingeladen war – zu Kaffee & Kuchen.

Nach zwei Stunden hatte sich die Situation noch immer nicht geändert und ich spürte, wie in meinem Inneren ein Gefühl des Widerstandes entstand und ich Kopfschmerzen bekam. NEIN! Nein, so hatte ich mir meine freie Zeit nicht vorgestellt, zumal mich diese vier Kinder in dem kleinen Raum ein wenig an die Grenzen meiner Kraft brachten.

Ich folgte meinem Impuls, verabschiedete mich von den fremden Kindern und dem Sohn meiner Gastgeberin und verließ die Wohnung ohne weitere Worte, während man ein Stockwerk höher nichts von meinem Abgang mitbekommen hatte. In diesem Moment war es mir ehrlich gesagt auch vollkommen gleichgültig – ich musste da raus!

Draußen an der frischen Luft musste ich erst einmal sehr tief durchatmen und spürte meine innerliche Wut trotz dessen weiter hochsteigen. So stieg ich ins Auto und verwechselte gleich mal vor lauter Aufregung an der nächsten Kreuzung das Gaspedal mit dem Bremspedal und wäre fast in ein anderes Auto hinein gefahren. Mit wildem Gestikulieren entschuldigte ich mich bei der Fahrerin für meine Dummheit. Doch am Ende konnte ich mich mit Musik beruhigen und kam wohlbehalten Zuhause an.

NEIN!

Mit meinem Verhalten hatte ich zwar tatsächlich klar NEIN gesagt, aber nur im Inneren. Doch mein Signal und die Grenze hätte man auch nach außen zum Ausdruck bringen sollen. Aber da blockierte mich seltsamerweise ein schlechtes Gewissen und so zog ich mich auf diese Art und Weise aus der Affäre. Natürlich ist das auch ein Zeichen und eventuell ein Denkanstoß für meine Gastgeberin – aber anderseits doch auch sehr feige von mir.

Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.

Nicolas Chamfort

Diese Lektion habe ich nun aber gelernt und passiert mir in dieser Form kein weiteres Mal, denn dafür ist mir meine freie Zeit zu wertvoll.

Kannst du offen und auch ehrlich NEIN sagen?
Wirst du öfter einmal ausgenutzt, weil dir NEIN sagen so schwerfällt?
Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du den Mut hast ein NEIN auszusprechen?

Alles Liebe,
Lill ♥

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